Kösseine

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Die Kösseine Wanderung: Lohnend ab der Luisenburg

Die Bezeichnung „Königin des Fichtelgebirges“ für die Kösseine kommt nicht von der Höhe – da sind der Schneeberg und der Ochsenkopf überlegen. Die Kösseine verdankt den Titel ihrer isolierten Lage im Süden des Gebirges. Da sie etwas abseits der anderen hohen Gipfel steht, wirkt sie von Wunsiedel oder Marktredwitz aus gesehen besonders mächtig und thront über dem Wald. Das sorgt auch für den 360-Grad-Blick oberhalb vom Felsenlabyrinth Luisenburg.

Wenn du im Fichtelgebirge unterwegs bist, gehört die Wanderung zur Kösseine zum Pflichtprogramm. Mit 945 Metern ist sie zwar nicht der höchste Gipfel der Region, aber durch ihre markante Form und den weithin sichtbaren Granitgipfel definitiv die „Königin“ des Gebirges. Das Besondere an dieser Tour ist der Start: Du beginnst nicht auf einem öden Waldweg, sondern arbeitest dich erst einmal durch das berühmte Felsenlabyrinth Luisenburg nach oben. Diese Kombination aus Abenteuer-Klettern und klassischer Bergwanderung macht die Route zu einer der abwechslungsreichsten in ganz Bayern.

Der Einstieg: Durch das Felsenlabyrinth Luisenburg

Die Tour startet am großen Parkplatz der Luisenburg bei Wunsiedel. Bevor es richtig Richtung Gipfel geht, wartet das Felsenlabyrinth auf dich. Hier ist der Name Programm: Du windest dich durch gewaltige Granitblöcke, schiebst dich durch enge Spalten und steigst über Felstreppen immer weiter nach oben. Für diesen ersten Abschnitt solltest du etwa eine Stunde einplanen, da das Gelände Trittsicherheit erfordert und man an den 25 Stationen immer wieder stehen bleibt, um zu staunen. Wichtig zu wissen: Im Labyrinth folgst du beim Aufstieg den blauen Pfeilen, die dich sicher durch das steinerne Meer leiten.

Von der Luisenburg zum Kösseine-Gipfel

Sobald du das obere Ende des Labyrinths erreicht hast, verändert sich die Landschaft. Der Weg wird zu einem klassischen Waldsteig, der stetig bergauf führt. Auf dem Weg zum Gipfel passierst du zwei weitere Highlights: den Kaiserfelsen und den Burgsteinfelsen. Beide sind typische Felsformationen des Fichtelgebirges und bieten über gesicherte Treppen tolle erste Ausblicke auf Wunsiedel und die Umgebung. Für das restliche Stück bis zum Kösseine-Gipfel brauchst du vom Labyrinth-Ausgang aus noch einmal etwa 60 bis 75 Minuten. Je näher du dem Ziel kommst, desto steiniger und steiler wird der Pfad – hier zeigt der Berg kurz vor Schluss noch einmal seine Zähne.

Aussichtspunkte auf der Kösseine Wanderung: Kaiserfelsen und Burgsteinfelsen
Aussichtspunkte auf der Kösseine Wanderung: Kaiserfelsen und Burgsteinfelsen

Der Kaiserfelsen: Aussicht mit Geschichte
Etwa auf halber Strecke zum Gipfel erreichst du den Kaiserfelsen (auch Kaiser-Wilhelm-Felsen genannt). Das ist ein typischer, massiver Granitblock, wie er im Buche steht. Das Besondere hier ist die Aussichtsplattform: Das gusseiserne Geländer dort oben stammt tatsächlich noch aus dem Jahr 1897. Vom Kaiserfelsen aus hast du einen tollen Blick hinunter auf Wunsiedel und Bad Alexanderbad. Es ist der perfekte Ort für einen kurzen Trinkstopp, um kurz durchzuatmen, bevor es weitergeht. Aber halte dich nicht zu lange auf – der nächste Spot ist nur etwa 20 Minuten entfernt.

Der Burgsteinfelsen: Das 360-Grad-Erlebnis
Kurz nach dem Kaiserfelsen stößt du auf den Burgsteinfelsen. Dieser Felsblock ragt noch einmal markanter aus dem Wald heraus. Über eine mit Holzgeländern gesicherte Treppe kommst du auf die Aussichtskanzel. Was den Burgsteinfelsen so lohnenswert macht, ist der Rundumblick: Du hast hier schon fast das Panorama, das dich später auf der Kösseine erwartet, nur eben aus einer etwas tieferen Perspektive. Unterhalb des Felsens liegt zudem ein kleines „Felsenmeer“ aus Granitbrocken, das dem Ort eine richtig urige Atmosphäre verleiht. Viele Wanderer finden den Burgsteinfelsen sogar fast schöner als den Hauptgipfel, weil man hier oft näher an den Felsen dran ist.

Rundumblick und Einkehr am Gipfel

Oben angekommen, öffnet sich die Landschaft komplett. Der 360-Grad-Panoramablick vom steinernen Aussichtspavillon ist spektakulär und reicht bei gutem Wetter bis weit nach Böhmen und zur Fränkischen Alb. Ein metallener Wegweiser auf dem Turm hilft dir dabei, die umliegenden Gipfel wie den Ochsenkopf oder den Schneeberg zu identifizieren. Direkt unterhalb des Gipfels steht das Kösseinehaus. Die Hütte ist der perfekte Ort für eine Pause mit einer ordentlichen Brotzeit. Nach der Anstrengung im Labyrinth und dem Aufstieg schmeckt das Radler oder eine warme Suppe auf der Terrasse gleich doppelt so gut.

Rückweg von der Kösseine durch das Felsenlabyrinth Luisenburg

Der Rückweg erfolgt meist auf der gleichen Route, wobei es jetzt deutlich schneller geht, da es fast nur noch bergab geht. Ein kleiner Tipp für das Ende: Wenn du wieder am Felsenlabyrinth ankommst, folgst du für den Abstieg den roten Pfeilen. Das ist der direkte Weg zurück zum Parkplatz, der weniger verwinkelt ist und dich zügig zum Ausgangspunkt bringt. So kommst du nach einer wirklich abwechslungsreichen Wanderung wieder entspannt am Ausgangspunkt an.

Die Kösseine Wanderung

Kösseine WanderungDetails
Start & ZielWanderparkplatz Luisenburg (Wunsiedel)
Gipfelhöhe945 Meter (Kösseine)
Streckenlängeca. 8 Kilometer (Gesamte Runde)
Höhenmeterca. 250 bis 300 hm (je nach Erkundung im Labyrinth)
Reine Gehzeitca. 3,5 bis 4 Stunden
SchwierigkeitMittel
MarkierungBlau (Aufstieg Labyrinth), Grün/Beschilderung (Wald), Rot (Abstieg Labyrinth)
Beste ZeitApril bis November (während der Labyrinth-Saison)
HighlightsFelsenlabyrinth, Kaiserfelsen, Burgsteinfelsen, Kösseineturm
VerpflegungKösseinehaus (bewirtschaftete Berghütte am Gipfel)

Kösseine Geheimtipps

Der Haberstein: Ein Felsenmeer ohne Geländer

Nur etwa 15 bis 20 Minuten Fußmarsch westlich vom Kösseine-Gipfel wartet der Große Haberstein auf dich. Während das Felsenlabyrinth Luisenburg sehr strukturiert und touristisch erschlossen ist, wirkt der Haberstein wie die wilde, ungezähmte Variante davon. Es sieht aus, als hätten Riesen dort oben mit gewaltigen Granitblöcken gewürfelt.

Das Besondere hier ist die Ursprünglichkeit: Es gibt keine festen Geländer oder vorgegebenen Treppen auf die Felsen. Du kannst hier noch richtig „wild“ herumklettern und dir deinen eigenen Weg suchen. Von oben hast du außerdem einen der besten Fotospots der Region: Du blickst direkt zurück auf das Kösseinehaus und den Gipfel – eine Perspektive, die die meisten Wanderer komplett verpassen.

Die Kleine Kösseine: Ruhe abseits des Trubels

Wenn es am Wochenende am Hauptgipfel und im Kösseinehaus mal wieder richtig voll zugeht, ist die Kleine Kösseine (922 Meter) dein perfekter Rückzugsort. Sie ist quasi der stille, kleine Bruder des Hauptgipfels und liegt nur einen kurzen Abstecher entfernt.

Ein schmaler Pfad zweigt vom Hauptweg ab und führt dich zu einer urigen Felsformation mit einem schlichten Holzkreuz. Hier gibt es keinen Kiosk, keinen Aussichtsturm und keinen Lärm. Es ist der ideale Platz, um die eigene Brotzeit aus dem Rucksack zu holen und die Stille des Fichtelgebirges zu genießen. Wenn du die Natur lieber für dich allein hast, ist dieser Gipfel ein absolutes Muss.

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Häufige Fragen zur Kösseine

Wie hoch ist die Kösseine und wo liegt sie genau?

Die Kösseine ist ein 939 Meter hohes Bergmassiv im Nordosten Bayerns, südlich von Wunsiedel. Sie liegt im Fichtelgebirge und markiert die Grenze zwischen Oberfranken und der Oberpfalz. Zudem verläuft hier die Europäische Wasserscheide zwischen der Nordsee und dem Schwarzen Meer.

Woher kommt eigentlich der Name „Kösseine“?

Der Name ist slawischen Ursprungs (Choezsin) und bedeutet übersetzt „Ziegenberg“. Das deutet darauf hin, dass der Berg früher intensiv für die Viehwirtschaft genutzt wurde.

Kommt man mit der Bahn auf die Kösseine?

Du kommst nicht mit einer Seilbahn hoch. Du musst laufen, und die letzten Meter zum Gipfel sind steinig und steil.

Gibt es einen Wasserfall auf der Kösseine?

Nein, rund um die Kösseine gibt es keine meterhohen Wasserfälle wie den Uracher Wasserfall, den Todtnauer Wasserfall oder gar den Gasteiner Wasserfall. Wenn du Wasser am Gipfel suchst, gibt es das Brünnerl der Marienquelle.

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